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Bauernaufstand in Hessen-Darmstadt!
Bauernaufstand in Hessen-Darmstadt, und das ausgerechnet jetzt! Ausgerechnet jetzt, wo ich dachte,
ich hätte durch den Kirchenbau in Lothringen und die erfolgreiche Verteidigung Schlesiens die Wendung meines Kriegsglücks eingeleitet. Aber meine Bauern, die hessischen, waren schon
so lange unzufrieden gewesen, jetzt gibt es für sie kein Halten mehr, die Revolte ist erfolgreich und schon bin ich Hessen-Darmstadt los – au Backe.
So geschehen ist das Ganze in „Wallenstein“, einem handfesten Strategiespiel für wehrhafte
Feldherren mit Nehmerqualitäten. Thema des Spiels ist der Dreißigjährige Krieg mit seinen nicht immer nur konfessionell bedingten Irrungen und Wirrungen – und das Spiel hat wirklich
einiges zu bieten, um der komplexen Thematik gerecht zu werden. Verschiedene Aktionen sind es, die uns in jeder Runde für die in unserem Besitz befindlichen Ländereien zur Verfügung
stehen. Ganz oben auf der Prioritätenliste steht zunächst einmal das Eintreiben von Gold (ohne Moos nix los, das gilt auch hier) und Getreide in unseren Landen: eine wiederholte
„Ausbeutung“ der gleichen Landstriche steigert jedoch die Unzufriedenheit der Bevölkerung und kann – siehe oben – verhängnisvolle Bauernaufstände zur Folge haben. Das Rekrutieren von
Truppen stärkt die eigene Position, egal ob man selbst angreifen oder auf Verteidigung vorbereitet sein will. Glückliche Kriegsführung schließlich bringt Ländereien, der Bau von
Gebäuden wichtige Siegpunkte ein.
Besonderer Gag des Spiels ist ein Würfel- oder Kampfturm: Die kämpfenden Armee-Klötzchen werden
oben hineingeworfen und das etwas verwinkelte Innenleben des Turms kann zur Folge haben, dass sie in veränderten Größenverhältnissen wieder unten herauskommen und die scheinbar
schwächere Armee den Sieg davonträgt. Das ist nicht nur originell, sondern bringt auch viel Spielspaß und Nervenkitzel. So entwickelt sich ein sehr spannendes Spiel, das zwar locker
drei Stunden in Anspruch nehmen kann, dabei aber nie öde wird.
Grafik und Aufmachung des Spiels sind sehr gelungen, ein Beiheft zu den historischen
Hintergründen kommt als nettes Schmankerl für die geschichtlich interessierten Spieler hinzu. Das Spiel selbst ist lang, aber nie langweilig, macht Spaß und Lust auf mehr. Dieses
Spiel ist zwar nichts für allzu zart besaitete Gemüter – aber es ist ein richtig starkes Spiel.
„Wallenstein“ von Dirk Henn ist fast schon ein Muss für alle Spielefans, die sich nicht so sehr
an der kriegerischen Thematik stören. Es ist bei Queen Games erschienen, für 3 – 5 Spieler ab 12 Jahren geeignet und kostet cirka 35 Euro.
Burkhard Labusch
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