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Lings eröm, räächs eröm
Sieben Polizisten liegen als Karten im Kreis und vier von ihnen machen eigentlich einen ganz
freundlichen Eindruck, während die anderen drei uns – etwas weniger freundlich – den Rücken zudrehen. Nicht dass wir jetzt zu empfindlich sein sollten, aber dieser kleine, feine
Unterschied ist entscheidend bei dem kleinen Seitenverwirrspiel „Rinks und Lechts“ von Amigo.
In der Mitte des eben beschriebenen Kreises nämlich liegen Aufgabenkarten, die das Spiel zu
einem Spiel machen und die dabei eine doppelte Funktion haben: einerseits stellen sie uns, wie der Name schon vermuten lässt, Aufgaben, die die Spieler gleichzeitig und
möglichst schnell zu lösen versuchen. Andererseits dienen sie dem Spieler, der eine solche Aufgabe am schnellsten bewältigt hat, als Erfolgsnachweis und lassen ihn, so er denn 6
solcher Karten ergattert hat, in Siegesjubel ausbrechen. Und um was für Aufgaben geht es jetzt? Ausgehend von einem bestimmten Polizisten müssen wir uns gedanklich im Kreis seiner 6
Kameraden bewegen, wobei uns die Zahl der Schritte und die Richtung vorgegeben sind, z.B. 3 rechts, 2 links, 4 links. Trickreich wird es dadurch, dass rechts und links immer aus der
Perspektive des jeweiligen Polizisten, bei dem wir gerade sind, gesehen werden müssen und dabei gibt es eben die entscheidenden Unterschiede zwischen den Polizisten, die uns ansehen
und denen, die uns den Rücken zudrehen.
So wird „Rinks und Lechts“ zu einem originellen Verwirrspiel, das aber trotzdem nicht zu einem
unserer Lieblingsspiele wird. Warum nicht? Weil es letztlich immer die gleichen Kinder sind, die hier gewinnen, weil die Größeren den Kleineren eben immer, wirklich immer überlegen
sind, was zu Tränen der Verzweiflung und der Hoffnungslosigkeit führt. Hier gibt es einfach keinen Glücksfaktor, hier geht es um eine Fertigkeit, die bei den älteren Kindern eben
weiter ausgebildet ist als bei den jüngeren. Mich macht das ein bisschen wehmütig und trotz der interessanten Grundidee schiebe ich das Spiel im Spieleschrank ziemlich weit nach
hinten. Die Kleine würde sowieso nicht mehr so schnell mitspielen.
„Rinks und Lechts“ von Amigo ist für 2 – 8 Spieler ab 6 Jahren geeignet, dauert ca. 10 Minuten
und kostet etwa 6 €.
Burkhard Labusch
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