|
Renn, Mäuschen, renn!
Gute Kinderspiele können einfach sein. Soooo schön einfach. Wie zum Beispiel „Mäuserallye“. Man nehme den
bestehenden Karton des Spiels, konstruiere eine Mittelsäule und abgeschrägte Ecken, stanze noch vier Löcher als Hindernisse in den Pappeinsatz und markiere eine Start-/Ziellinie –
schon kann´s losgehen zur Mäuserallye!
Zu Beginn erhält jeder Spieler drei Mäusefiguren in seiner Farbe. Mit der ersten davon versucht er, möglichst
schnell den beschriebenen Parcours zu umrunden, für jede Überquerung der Start-/Ziellinie gibt´s ein Käsestückchen als Belohnung. Immer schön im Kreis herum also und das ganze
möglichst schnell, mit der Grundidee sind andere schon mehrfache Millionäre geworden. Die Fortbewegung geschieht mit Hilfe von „Kickstäben“, mit denen die Spieler ihre Mäuschen
weiterstupsen. Schikanen und Haarnadelkurven hat der Kurs nicht zu bieten, dafür will der Einsatz von ein, zwei oder noch mehr Banden auch erst mal geübt sein. Und dann sind da
natürlich auch noch die Löcher im Gebälk, durch die die Mäuschen jederzeit „auf nimmer Wiedersehen“ verschwinden können. Wenn´s passiert, ist das noch lange keine Katastrophe: der
Spieler schnappt sich seine Zweit-, im Wiederholungsfall Drittmaus, setzt sie auf die Startlinie und – schnipp! – weiter geht die rasante Jagd nach dem nächsten Käsestückchen. Wer als
erster zehn oder am Ende die meisten davon hat, darf sich als Sieger feiern lassen. Champagner!
Aber wo Sektkorken knallen, gibt´s meistens irgendwo anders auch Selters. Was geschieht also mit dem armen
Tropf, der als erster alle seine Mäuschen „vesenkt“ hat? Wut, Enttäuschung, Rückzug? – Von wegen! Der Spieler, der zuerst alle drei Mäuschen verliert, schnappt sich die Katzen-Figur
und kann damit ab sofort auf alle beliebigen Mäuschen Jagd machen. Und das finde ich, ehrlich gesagt, schön: dass der scheinbar größte Verlierer eines Spiels nicht wie ein begossener
Pudel dasteht, sondern anschließend noch eine durchaus reizvolle Sonderrolle bekommt, mit der er zwar nicht gewinnen, aber doch noch für reichlich Chaos sorgen kann.
Unterm Strich ist „Mäuserallye“ ein wunderbar einfaches und flottes Spiel, das man in 15 – 20
Minuten spielen kann. Die offizielle Altersangabe „ab 5“ ist zu hoch, ab 4 Jahren kann man es auf jeden Fall spielen, wahrscheinlich auch mit Dreijährigen. Mit etwa 50 DM ist das
Spiel allerdings auch alles andere als billig.
„Mäuserallye“ ist ein Haba-Spiel für 2 – 4 Rennmäuse ab (offiziell) 5 Jahren und kostet cirka 49,90 DM.
Burkhard Labusch
|