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Mit dem Zeppelin durch die 20er Jahre
Die „wilden“ 20er Jahre haben ja so ihren eigenen Ruf. Der Charleston, der Jazz und der Stummfilm sind nur
einige Erscheinungen, die dieser Zeit ihr legendäres Flair verleihen. Die zahlreichen Erfindungen und technologischen Entwicklungen machen die 20er Jahre gleichzeitig zu einer Blütezeit des
Wirtschaftswachstums – bis hin zu jenem viel zitierten Börsencrash am „Schwarzen Freitag“. Dieser Aufschwung und jähe Absturz der Wirtschaft der 20er Jahre lässt sich jetzt nachspielen – in dem
Jumbo-Spiel „Moderne Zeiten“.
Ganz stilecht dürfen wir uns hier einen Zeppelin aussuchen, mit dem wir über die Felder des Spielplans schweben.
Durch das Ausspielen von Aktienkarten verschiedener Branchen erreichen wir Mehrheiten, die es uns erlauben, bestimmte Wirtschaftsstandorte in Besitz zu nehmen. Da gilt es sorgfältig zu planen, denn
am Ende bringen uns nur die Standorte und die Branchen wirklich Punkte ein, in denen wir die Mehrheit haben. Und dann sind da ja auch noch die lieben Mitspieler, die uns dazwischenfunken, uns fest
eingeplante Mehrheiten wieder streitig machen und uns so zum Umdenken zwingen. Schließlich droht auch noch der Börsencrash, der eintritt, wenn zu viele Aktienkarten ausgespielt worden sind. So wird
„Moderne Zeiten“ zu einem wirklich interessanten und ansprechenden Spiel, das vielschichtiger ist als man beim ersten Spielen denkt. Der einzige klare Schwachpunkt dieser Neuerscheinung ist die
Spielregel, die zwar recht kurz gehalten ist, dafür aber auch viele Fragen offen lässt. Die Antworten auf diese Fragen muss man sich dann mühsam zusammenreimen bzw. Vereinbarungen mit den Mitspielern
treffen.
Als Spiel ist „Moderne Zeiten“, dessen Thema wohl tendenziell eher Jungens ansprechen dürfte, gelungen und
durchaus empfehlenswert. Es ist bei Jumbo für 3 – 5 Spieler ab 10 erschienen, dauert 60 – 90 Minuten und kostet ca. 30 €.
Burkhard Labusch
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