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Bauen wie die alten Römer
Rom wurde nicht an einem Tag erbaut, soviel ist schon mal klar. Aber an einem Bauwettbewerb in der „ewigen Stadt“
teilnehmen, das hätte doch seinen Reiz. Im Spiel „Capitol“ aus dem Schmidt-Verlag können sie´s auf dem Spielbrett tun - egal, ob sie selber schon mal Bauherr waren oder
nicht.
Unser
Stadtplan von Rom enthält 9 „Präfekturen“ – Baugebiete, in denen wir bauen können und versuchen sollen, durch Vorherrschaft die meisten Punkte zu ergattern. Damit wir aber
nicht wild drauflosbauen (wo kämen wir da hin!) ist ein farbliches Ordnungsmuster schon vorgegeben, gibt es drei weiße, drei schwarze und drei rote Präfekturen. Aber eins
nach dem anderen.
Unsere Bautätigkeit bestreiten wir durch das Ausspielen von Karten, von denen es drei Sorten gibt. Da sind zum einen
die Baustein-Karten, die uns zwei Bausteine einbringen. Diese dürfen wir vor uns (noch nicht auf dem Spielplan) aufbauen, wobei eine erste taktische Entscheidung schon
darin besteht, die Bausteine getrennt (z.B. als zwei „Einer“) oder gemeinsam einzusetzen, z.B. um ein bestehendes „Einer-Gebäude“ zum „Dreier“ auszubauen.
Dann sind da die Dach-Karten, durch die wir ein bestehendes Gebäude mit einem Runddach oder einem Spitzdach
abschließen können. Und damit wird´s so richtig taktisch, denn beim Bauen sind Regeln zu beachten, wie viele von uns aus eigener (leidvoller) Erfahrung wissen. Innerhalb
einer Präfektur darf nur eine Dachform gebaut werden, unser Spitzdach-Haus kriegen wir also nur in einer Spitzdach-Siedlung unter. Damit steht´s schon 1:0 für die Männer
vom Bauordnungsamt, aber es kommt noch besser. Die drei Präfekturen einer Farbe dürfen nie alle die gleiche Dachform aufweisen, eine Bestimmung, durch die das Spiel
nochmals an Kniffligkeit gewinnt. Macht es uns da was aus, dass sich der Sinn solcher Bestimmungen unserem bescheidenen Verstand entzieht ? Nein, nie im Leben, schließlich
wollen wir doch ein realistisches Spiel, und Bauvorschriften, das wissen wir doch hoffentlich alle, müssen nicht verstanden, sondern nur befolgt werden. Is´ doch wahr.
Den dritten Schritt unserer behördenfreundlichen Bautätigkeit bilden die Baugenehmigungskarten, die es uns endlich
gestatten, unser mühsam errichtetes Haus auf dem Spielplan zu platzieren. Natürlich nicht einfach irgendwo. Baugenehmigungskarten gibt´s in den drei Farben der
Präfekturen, und nur in einer Präfektur der passenden Farbe dürfen wir dann auch bauen. Der Amtsschimmel wiehert also ein weiteres mal und bringt unseren armen
Bauherrenkopf gehörig zum Rauchen. Schließlich müssen wir Hausgröße, Dachform und Baugebietsfarbe so miteinander vereinbaren, dass möglichst viele Punkte für uns dabei
herauskommen.
Ist dies alles vollbracht, empfiehlt es sich, noch Karten auf der Hand zu halten. Mit denen können nun noch
Sondergebäude ersteigert werden, durch die wir unsere Punkte in einzelnen Präfekturen vermehren.
Fazit: Capitol ist ein unterhaltsames und gutes Spiel, das vor allem Taktiker und Knobler anspricht. Die Spielzeit ist
mit ca. 60 Minuten überschaubar, die Regeln nicht zu kompliziert und einprägsam. Ein Ärgernis ist das Punktanzeige-System, das in Form von (Papp-)Säulen stilecht wirken
soll, aber tüntelig gemacht ist und bei jedem scharfen Hinsehen verrutscht.
„Capitol“ von Moon / Weissblum ist bei Schmidt für 2 – 4 Spieler ab 10 erschienen. Spieldauer ca. 60 Minuten, Preis
ca. 25 Euro.
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